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NanoVNA

Seit einiger Zeit findet man im Internet einen kleinen vektoriellen Netzwerk Analysator, mit Display, welcher kaum größer als eine Scheckkarte ist. Da der Preis für dieses Gerät so unglaublich niedrig ist, habe ich eins erworben. Geliefert wird das Gerät mit einem Kalibrierset (SOL, short, open, load).

NanoVNA im 3D-Druck-Gehäuse mit Behälter für das Cal-Set

Offenbar gibt es aber nicht "den" NanoVNA. Es existieren wohl, aufgrund dessen, dass es ein Open-Source-Projekt ist, einige Klone mit unterschiedlicher Qualität.

Der NanoVNA deckt einen Frequenzbereich von 0,05MHz bis 1,5GHz ab, wobei zum Ende hin die Dynamik stark sinkt.  Der eingebaute Akku erlaubt auch eine mobile Nutzung, beispielsweise direkt an der Antenne. Die Betriebsdauer mit Akku-Versorgung soll etwa 2 Std. betragen.

Darüber, ob das Gerät nun etwas taugt oder nur ein Spielzeug ist, gibt es viele Meinungen. Vor allen offenbar von denen, die das Teil noch nicht in der Hand hatten. Das Kalibrierset wird total verrissen. Das sind dann wohl alles Leute, für die offenbar Geld keine Rolle spielt. Ich meine, ein Urteil sollte man sich erst erlauben, wenn man den NanoVNA selbst getestet hat und im Idealfall mit einem "richtigen" Analyzer vergleichen kann.

Den Vergleich hat mein Funkfreund Norbert, DG1KPN, mit seinem VNWA3 durchgeführt. Der VNWA2 ist ein semiprofessionelles Gerät und ein ganz anders Kaliber als der NanoVNA, was sich aber eben auch in den Anschaffungskosten niederschlägt. Der NanoVNA hat im Prinzip die gleiche Eingangsschaltung - inklusive Audiochip - wie der VNWA3. Da drängt sich natürlich ein bestimmter Verdacht auf...…..

Im Gegensatz zum VNWA3 kann der NanoVNA beispielsweise nicht die Welligkeit der Anschlussleitungen wegkalibrieren. Die Abtastung umfasst auch nur 101 Punkte. Also, klar ist, man muss schon ein paar Einschränkungen inkauf nehmen, was bei dem Preis für mich aber kein Problem ist.

Messbeispiel mit einem Helixfilter

Messung eines Helixfilters mit dem NanoVNA

Ich persönlich bin mit dem Gerät  sehr zufrieden. Einige Messungen habe ich damit auch schon durchgeführt. Die Messungen habe ich allerdings mit einer PC-Software vorgenommen, damit man auch die Möglichkeit hat, die Messungen zu dokumentieren. Die Original PC-Software finde ich wenig hilfreich. Daher verwende ich die alternative Software "NanoVNA-Saver" von Rune Broberg, 5Q5R. Die wird auch laufend weiterentwickelt und bietet u.a. mehrere Marker und die Bandbreitenmessung von Filtern. Die Einstellmöglichkeiten sind komfortabel und man kann mehrere Fenster gleichzeitig darstellen, wobei der Inhalt der Fenster wählbar ist.


Messung eines 1,42GHz Interdigitalfilters mit Bandbreitenmessung

Oben sieht man eine Messung im Bereich 1GHz bis 1,5GHz. Gemessen wurde ein Interdigitalfilter für die Messung der Wasserstofflinie (Hydrogenline). Wie man sieht, durchaus noch aussagekräftig.

Die einzelnen Abtastpunkte sieht man hier schon nicht mehr. In der PC-Software kann man die Anzahl der Abtastpunkte beliebig erhöhen und damit eine wesentlich höhere Auflösung erzielen. Das wird dann durch eine höhere Scan-Zeit erkauft. Die Messung wird dann in mehreren 101-Punkt-Segmenten durchgeführt. Die obige Messung wurde mit 202 Punkten ausgeführt.

Firmware

Zur Zeit gibt es auch mehrere Firmware-Varianten von verschiedenen Entwicklern. Da es ein Open Source-Projekt ist kann hier auch jeder tätig werden. Ich persönlich habe mich für die Firmware von "edy555" entschieden. Auch hier wird immer weiter dran gearbeitet und es gibt immer wieder neue Versionen.  

Gehäuse

Für den NanoVNA findet man Gehäusevorlagen für den 3D-Druck im Netz. Da mir diese aber alle nicht zusagten, habe ich ein eigenes Gehäuse entworfen. Dafür gibt es zwei Oberteile. Ein Komplettgehäuse mit Ausschnitt für das LCD-Display und ein weiteres zum Einlegen der vorhandenen, originalen Frontplatte.


Gehäuseunterteil mit Box für das Cal-Set plus Adapter

 

Gehäuseoberteil mit Ausschnitt für das LCD-Display

Alle Abstandhalter des NanoVNA sind zu entfernen, die sind jetzt im Gehäuse eingearbeitet. Für das Firmware-Update sollte ein Jumper montiert werden. Dieser ist via Ausschnitt an der Seite zugänglich. Damit muss das Gehäuse nicht jedes mal für ein Update aufgeschraubt werden. Interessenten finden das Gehäuse plus Standfuß hier

NanoVNA